
DER Wintersportort in Argentinien. Aber jetzt ist ja immer noch Sommer, also kein Schnee, kein Ski, aber bei der schönen Umgebung lohnt sich für die Argentinier auch ein Sommerurlaub im Ort. Denn Bariloche ist etwas besonderes:
Man stelle sich einen Schweizer Wintersportort vor. So mit Prachtstraße und teuren Läden, mit Schokoladenläden groß wie ein moderner Aldi, mit Biergarten, urigen holzgetäfelten Restaurants in denen man von Spätzle bis Käsefondue (!) alles angeboten bekommt, transportiere das Ganze nach Südamerika, erzeuge um die Mittagszeit 30 Grad – dann weiß man, wie es in Bariloche aussieht. Unser Hotel heißt Crans Montana, es gibt Hotel Interlaken oder Edelweiß. Ich mag diese Schweizer Bergatmosphäre ja, aber doch bitte nicht in Argentinien! Warum muß man etwas imitieren, das Land habt doch selbst genug zu bieten. Seltsam.
Ausflug in die Umgebung auf eigene Faust. Mit öffentlichen Bussen mit so einem elektronischen Kartensystem (halt wie Skipass), wo man die Karte aufladen muss und dann bei jeder Fahrt abgebucht wird. Würde unseren Öffis auch gut bekommen, schnell, sicher, keine Schwarzfahrer. Für D einfach zu praktisch. Eine undurchsichtige Tarifgestaltung, die Frage, wo man Fahrscheine kaufen kann, ob man sie noch abknipsen muss, machen bei uns jede Fahrt außerhalb des eigenen ÖPNVs zum Abenteuer. Aber zurück ins Bergidyll. Wir fahren dann standesgemäß mit dem Sessellift auf einen Berg mit grandiosem Rundumblick über eine Berg-, Wald- und Seenlandschaft.
An der Endstation des Buses stiefeln wir auf der Suche nach einer Toilette ins absolute Tophotel der Region – ein Luxis-Wellness Golf-Resort und Spa. 300 € die Nacht, immerhin mit Frühstück, aber Parkplatz, Kinderbett und WLAN extra. Es ist so schatzalpmässig (Davos) und wie immer an diesen Orten muß ein Kaffee drin sein. Wir haben sowieso Mühe unser Geld auszugeben, wer konnte am Anfang schon wissen, wieviel er in 3 Wochen braucht. Also haben wir viel zuviel umgetauscht. Es gibt schlimmeres.
Nächster Programmpunkt: kleine Wanderung durch den Nationalpark. Was sehr auffällig ist, ist die ähnliche Vegetation zu Europa. Es gibt Birken und Buchen, Ahorn und Kiefern, Hagebutten, Rosen, Löwenzahn, Margeriten, Wicken usw. Und wenig wirklich ganz fremdes. Manchmal ist dem vertrauten Namen ein magellan- oder patagonien vorangesetzt, also Magellan-Buche oder Patagonien Fuchsie – im Aussehen aber alles sehr ähnlich.
Tiere – sehen wir wenige. Abgesehen von den Pinguinen vor ein paar Tagen, kreist ab und zu ein Condor über uns, stehen auf den Weiden Rinder und Schafe und springen immer wieder etliche Guanakos (eine Lamaart) umher. Im Nationalpark Los Alerces soll es ein paar Pumas geben, aber es ist eher unwahrscheinlich, dass man die Besucher einfach so herumlaufen ließe, wenn es so wäre. So besichtigen wir die meisten Tiere nur auf Schautafeln, was ich etwas schade finde.
Übrigens: keine Fotos mehr, Kapazität der Website ist erschöpft. Wo ist der Sponsor, der mir die Reisen finanziert?